Brockhaus der Naturwissenschaft

Brockhaus für Naturwissenschaften und Technik

Stelzer Motor
[nach dem deutschen Erfinder Frank Stelzer], *1934, in Erprobung befindlicher Freikolbenmotor, speziell für die integrierte Verwendung als Pumpe, Verdichter oder Generator entworfen.

Der Stelzer-Motor besteht aus nur wenigen Teilen und besitzt nur ein bewegliches Teil, einen Stufenkolben, dessen Enden über den Zylinderblock hinausragen. Im Gehäuse befinden sich zwei Brennräume (mit Zündkerzen) und zwei Vorverdichtungskammern, wo der Kolben 1.000 bis 20.000mal in der Minute hin- und herschwingt und die Ein- und Auslaßschlitze sowie die Überströmkanäle freigibt oder schließt.

Der Kolben kann durchbohrt sein, um Fluide durch den Kolben zu beschleunigen (bei hohen Schwingungszahlen sind keine Ventile nötig). Im Kreislauf mit einer Turbine ergibt sich so eine hydrodynamische Kraftübertragung. Sind die Kolbenenden als Zylinderpumpen ausgebildet, kann der Motor mehrere Hydromotoren oder Hubzylinder antreiben (z.B. in Baumaschinen). In der Verdichterausführung sind die Kolbenenden so gestaltet, daß sie ohne Ventile Druckluft erzeugen können. Wenn der Motor als Generator arbeitet, schwingt der verlängerte Kolben in Elektrowicklungen, wodurch Wechselstrom erzeugt wird.

Ausgabe 1989, Band V, Seite 46, Quelle: F. Stelzer

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